Die Beziehung wird langweilig? Tipps für eine Belebung

Denken Sie zurück, wie es damals war. Als Sie Ihre erste große Liebe kennenlernten. Die ersten Blicke, in denen man gleich eine gewisse Zuneigung erkannte, aber dennoch zu unsicher war, ob dies wahr sein konnte. Die ersten, schüchternen Gespräche, in denen die kleinen Schmetterlinge im Bauch zu einem Schwarm wurden. Die Euphorie, als Sie merkten, dass die Zuneigung erwidert wurde. Und die rosarote Brille, mit der Sie die Welt betrachteten, als Sie zusammenkamen und welche die kleinen Macken ausblendete oder charmant machte, die Ihr Schwarm hatte. Und nun? Nach den Jahren ist eine gewisse Langeweile eingetreten, doch Sie können sich nicht erklären, warum? Wir schon. Und geben Tipps, wie Sie das wieder ändern und das Gefühl von damals wieder aufleben lassen.

Ganze Schwärme von Schmetterlingen

Es war eine unbeschwerte, aufregende Zeit, in der alles andere fast egal war. Der neue Partner war das Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn er da war, stoben die Schwärme der Schmetterlinge im Bauch durcheinander, war er nicht da, war dies körperlich ebenso spürbar, nur dass es fast Schmerzen bereitete. Die Zeit schien endlos zu sein, jede gemeinsame Sekunde war kostbar, ganz gleich, was man unternahm und wo man war. Ganz zu schweigen von der Zeit im Bett. Die ersten Berührungen zu spüren, sich gegenseitig kennenzulernen – ein unbeschreibliches Gefühl. Mit der Zeit, fast unmerklich, trat allerdings der Alltag ins Leben.

Magische Ereignisse

Es gab natürlich weiterhin zauberhafte Momente. Die Geburt der Kinder etwa waren magische Ereignisse. Wie konnte es sein, dass sich die Liebe auf eine solche Art äußern konnte? Auf eine kleine, lebende und sichtbare Verbindung von Ihrem Partner und Ihnen? Zu sehen, wie das kleine Lebewesen wächst und gedeiht, einen eigenen Charakter entwickelt, der Eigenheiten sowohl von Ihnen als auch von Ihrem Partner zeigt? Doch die Kinder sind nun schon erwachsen und ausgezogen, das Haus ist seltsam still geworden. Und Ihre Gedanken kreisen.

Der Kitzel fehlt

Das geht vielen Paaren so. Im Laufe der Jahre ist man zusammengewachsen, hat die Höhen des Lebens zusammen genossen und die Tiefen durchgestanden, indem man dem Partner zur Seite stand. Der Amboss des Alltags hat sie zusammengeschmiedet, unverbrüchlich. Die Partnerschaft ist voll von Vertrauen, man kennt sich bis ins Detail. Dies ist in einer Beziehung natürlich von Vorteil, man muss sich der Liebe und Treue des Partners nicht immer aufs Neue versichern und kann sich auf die Herausforderungen des Lebens konzentrieren. Der Kitzel fehlt dennoch. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, wie ein berühmter Dichter einmal schrieb.

Langeweile ist kein guter Berater

Wenn Sie dieses Gefühl kennen, ist es an der Zeit, das Steuer für Sie und Ihren Partner herumzureißen und eine andere Richtung einzuschlagen. Denn Langeweile ist auf lange Sicht Gift für eine Beziehung. Ein wenig Aufregung gehört in jede Partnerschaft, denn wie ein physikalisches Gesetz, das auch auf die zwischenmenschliche Ebene übertragen werden kann, besagt: Reibung erzeugt Wärme. Wenn man es nicht übertreibt. Und diese Wärme kann bereits mit einfachsten Mitteln zurückgeholt werden.

Kommunikation ist alles

Die wichtigste Grundlage in einer Beziehung ist Kommunikation. Ihr Partner spürt, wenn etwas mit Ihnen und Ihrer Beziehung nicht in Ordnung ist und ist sicher willens, etwas zu unternehmen, kann jedoch nicht in Ihren Kopf schauen, um zu wissen, was er unternehmen soll. Sie wissen es selbst nicht so genau, was die Wurzel ist? Dann nehmen Sie sich einige Tage Auszeit. Treffen Sie sich mit Ihren Freundinnen und reden Sie einfach über Gott und die Welt. Ihre Freundinnen kennen Sie und werden die richtigen Fragen stellen. Und selbst wenn sie keine stellen, im Gespräch wird über kurz oder lang das wichtige Thema aufkommen und Sie werden sich klar, wo die Herausforderung liegt.

Alle Karten auf den Tisch legen

Und nichts anderes ist es. Keine Krise, eine Herausforderung. Legen Sie in einem Gespräch mit Ihrem Partner alle Punkte auf den Tisch. Er wird es verstehen. Denn der Mensch entwickelt sich. Die Wünsche und Bedürfnisse von vor 20 Jahren sind nicht dieselben wie heute. Erst wenn ihr Partner diese Wünsche kennt, wird sich Ihre Beziehung zu Ihrer Zufriedenheit ändern. Scheuen Sie sich nicht und fragen Sie Ihren Partner auch nach seinen Wünschen und Bedürfnissen. Denn ihm wird es nach den ganzen Jahren sicher auch so gehen wie Ihnen.

Gemeinsame Interessen wieder entdecken

Finden Sie heraus, wo Ihre gemeinsamen Interessen liegen und verfolgen Sie diese. Gönnen Sie sich etwas und fahren Sie endlich zusammen in den Urlaub, den Sie sich immer erträumt haben. Nutzen Sie Ihre neue Schaffenskraft und die Zeit nach dem Auszug der Kinder und nehmen Sie endlich Ihr lang auf Eis gelegtes Projekt in Angriff und schreiben Sie etwa das Buch, dessen Rohschrift so lange in der Schublade liegt. Gehen Sie ins Theater oder in die Oper, nehmen Sie sich abends die Zeit und lesen sich im Bett wieder gegenseitig etwas vor.

Liegt die Herausforderung im Bett?

Scheuen Sie sich auch nicht, pikant zu werden. Psychologisieren Sie nicht zu viel über Probleme der Midlife-Crisis. Denn wer das Gefühl hat, in der Beziehung nicht befriedigt zu sein, ist zumeist anderweitig nicht befriedigt. Überlegen Sie, ob sich im Laufe der Jahre Ihre Wünsche und Bedürfnisse im Bett geändert haben. Sicher, der Sex ist immer noch schön, aber Stellungen und Praktiken, die vor 20 Jahren schön und befriedigend waren, müssen heute nicht mehr das Prickeln von damals auslösen, nach dem Sie sich so sehr sehnen. Probieren Sie etwas aus, variieren Sie. Es gibt so viel zu entdecken.

So viele neue Spielarten

Warum nicht einen spontanen Quickie im Auto einschieben? Verbunden mit dem Reiz, erwischt zu werden, macht Sex doppelt so viel Spaß. Aber achten Sie darauf, nicht wirklich erwischt zu werden. Wenn Sie an den Falschen geraten, etwa die Polizei, wird es teuer. Oder probieren Sie pikante Rollenspiele aus und wechseln Sie dabei die aktive und passive Rolle. Oder gehen Sie mal wieder in einen Buchladen oder holen sich eine DVD, denn da könnten Sie eine Spielart entdecken, der gerade mit „Fifty Shades of Grey“ aus der Schmuddelecke geholt wurde und der sich zu einem Trend in den Schlafzimmern entwickelt hat – SM. Dabei müssen Sie nicht gleich die Peitsche schwingen. Eine softe Version mit dem Spiel der Hierarchien hat durchaus seinen Reiz.

Kleine Helferlein

Immer gilt: Alles geht, nichts muss. Es wird nur das gemacht, worauf sich beide Partner einlassen wollen. Will er, doch kann er nicht, ist das auch nicht tragisch. Eine erektile Dysfunktion ist in fortgeschrittenem Alter nicht unüblich und auch kein Tabu mehr. Gehen Sie vorsichtig in die Offensive und sprechen Sie Ihn sanft darauf an. Es gibt Mittel und Wege, die erektile Dysfunktion, die ihn sicher belastet, zu beenden. Es gilt, aktiv zu werden. Ein Besuch beim Arzt bringt Aufschluss über eine tiefer liegende Krankheit, welche die erektile Dysfunktion verursacht. Zudem kann der Arzt auch kleine Hilfsmittel wie Viagra, Cialis oder Levitra verschreiben, mit denen das Sexleben für Sie beide wieder zu einem Vergnügen wird.

Nicht aufgeben!

Die Hauptsache ist, dass Sie sich und Ihre Beziehung in dieser Zeit des Umbruchs nicht aufgeben, sondern diese Herausforderung offen und aktiv angehen, um diese zu meistern, damit Ihre Lebensqualität wieder steigt und Sie endlich wieder das Prickeln genießen können, das Sie aus Ihren ersten Jahren kennen und das Sie in so guter Erinnerung behalten haben und so sehnlichst wieder haben wollen.

Harald Berger

Pharmakologie ist mein Fach. Aktuell geniesse ich die Zeit nach dem Studium. Ich bin Schweizer und lebe in Bern. Ich unterstütze die Apotheke Schweiz mit Artikel sowie Produktbeschreibungen.
Harald Berger