Der Bauch muss weg

„Wohlstandbäuchlein“, „Waschtrommel statt Waschbrett“, „Ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel“, „Das ist kein Bauch, sondern sexuelle Schwungmasse“ – Sprüche und Kommentare, die einen dickeren Bauch schön reden wollen, gibt es wie Sand am Meer. Doch zumeist reicht ein Blick auf den Bauch und oft auch den gesundheitlichen Zustand des übergewichtigen Mannes, um zu wissen, dass all diese beschönigenden Sprüche eben nur Augenwischerei sind und es um den Mann nicht sonderlich gut bestellt ist. Gesundheitliche Probleme und Zivilisationskrankheiten resultieren aus dem Übergewicht und senken die Lebensqualität. Und „sexuelle Schwungmasse“? Nichts könnte absurder sein. Denn Übergewicht löst in der Regel eine erektile Dysfunktion aus. Zudem sind nicht allzu viele Frauen an einem übergewichtigen Mann interessiert. Also nichts mit „sexueller Schwungmasse“. Daher: Weg mit dem Bauch!

Die Folgen des Übergewichts

Schmerzende Gelenke, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, erektile Dysfunktion – die Zivilisationskrankheiten und körperlichen Beeinträchtigungen, die durch das Übergewicht ausgelöst werden, sind zu zahlreich, um sie hier aufzuzählen. Hinzu kommt, dass kaum eine Treppe bewältigt werden kann, ohne, dass der Schweiss beginnt zu fliessen. Und die Frauen? Mit einem Bauch wird es nicht leichter, Frauen kennenzulernen. Hält es sich noch im Rahmen und der Mann wirkt bärig und bequem, mag es noch angehen. Doch nur Frauen mit einem sehr speziellen Geschmack stehen auf Männer mit Adipositas. Ganz zu schweigen eben von der durch das Übergewicht verursachten erektilen Dysfunktion, die es sehr schwer macht, eine Frau zu befriedigen. Dabei ist es leicht, schlank zu sein. Selbst in der heutigen Zeit. Wenn einige Regeln befolgt werden und Selbstbeherrschung geübt wird.

Ein neues Bewusstsein zur Ernährung entwickeln

Der wichtigste Schritt zu einem schlankeren Körper ist, ein besseres Bewusstsein zur eigenen Ernährung zu entwickeln, eine neue Sicht auf die Nahrungsmittel. Sicher ist es bequemer und geht schneller, wenn man sich eine Tiefkühlpizza in den Ofen schiebt und sie 15 Minuten später mit einem grossen Soft Drink hinunterzuschlingen. Doch die Bequemlichkeit rächt sich. Und zwar mit unansehnlichen Speckröllchen auf der Hüfte. Denn nichts lagert Fett schneller an als weisses Mehl, kurzkettige Kohlehydrate und gesättigte Fette in rauen Mengen. Das alles hat auf dem Speiseplan nichts zu suchen. Leider ist Junk Food in den westlichen Industriegesellschaften sehr weit verbreitet und viel leichter zu bekommen als Bio-Lebensmittel. Zudem ist Junk Food günstiger als gesunde Kost.

FDH und Salate sind nur ein Teil

Der erste Schritt ist also die Umstellung der Ernährung von ungesunden Lebensmitteln hin zu einer gesunden Ernährung, um abzunehmen und ein gutes Körpergewicht zu halten. Und dies sollte eine bewusste Ernährungsweise sein. FDH und viel Salat ist nur bedingt die richtige Ernährungsweise. Natürlich sollten in einer Diät Nahrungsmittel mit einer geringen Kaloriendichte gegessen werden. Doch es sollte nicht zu einseitig sein und es mit FDH nicht übertrieben werden. Wer mit einer gesunden Diät abnehmen will, sollte einen Blick in die Sportwelt werfen, denn es lohnt sich.

Ein Energieträger reicht vollkommen aus

Kohlehydrate ODER Fett – Sportler neigen in Diäten dazu, sich auf einen Energieträger zu beschränken. Denn werden Kohlehydrate und Fette zusammen aufgenommen, werden die Kohlehydrate zuerst vom Körper aufgespalten und für die Energiegewinnung genutzt, da dies ein einfacherer Prozess für den Körper ist. Das Fett hingegen wird als Fettgewebe im Körper angelagert, um Energiereserven für schlechte Zeiten haben. Und in einer reinen FDH-Diät wird genau dies zudem vom Körper vermutet. In den Zeiten, in denen weniger gegessen und Hungerphasen unterdrückt werden, greift der Körper die eingelagerten Fettreserven an, um die notwendige Energie bereitzustellen. In dieser Zeit schrumpft das Fettgewebe ohne Zweifel. Doch wird nach der Diät wieder normal gegessen, hat der Körper aus der schlechten Zeit gelernt und lagert umso mehr Fett an, um eine neuerliche Hungerphase besser zu überstehen. Der berühmte und berüchtigte Jojo-Effekt ist da.

Entscheiden Sie sich jetzt! Kohlehydrate oder Fette?

Also entscheiden Sie sich jetzt: Kohlehydrate oder Fette? Dabei gilt allerdings immer: Ausschliesslich gute, langkettige Kohlehydrate oder ungesättigte Fette. Die meisten Sportler schwören dabei auf die Fette, da die Aufspaltung der Fette dem Körper mehr Energie kostet, was noch effektiver für die Diät ist. Allerdings ist dabei unbedingt auf den Insulinspiegel zu achten! Weisses Fett ist zu vermeiden, da dies vom Körper nicht aufgespalten und als Energieträger genutzt werden kann, sondern nur beiges Fett. Das weisse Fett wird vielmehr als Fettgewebe im Körper angelagert und speichert dort Wasser, was vielen Menschen ein aufgeschwemmtes Aussehen verleiht.

Kleine Helferlein aus einer unerwarteten Richtung

Allerdings muss nicht immer auf weisses Fett verzichtet werden, wenn es zutrifft, was deutsche und chinesische Forscher kürzlich entdeckt haben und nun untersuchen. Bei Untersuchungen zu dem Potenzmittel Viagra zeigte sich, dass Mäuse, denen das Präparat verabreicht wurde, kein Fett anlagerten. Spätere Untersuchungen zeigten, dass das Potenzmittel Viagra im Körper der Mäuse die Struktur des Fetts änderte und weisses Fett, das – wie eben erwähnt – nicht verbrannt werden kann, in beiges Fettgewebe umwandelte, welches sehr wohl als Energieträger dient. Allerdings sollte nun niemand Viagra zum Abnehmen kaufen, der Effekt auf Menschen wird derzeit untersucht. Zudem sollte Viagra nur nach einer ärztlichen Konsultation eingenommen werden. Daher wird nur am Rande diese Information erwähnt.

Dem Abbau der Muskeln entgegensteuern

Neben gutem Obst und Gemüse, das auch ausserhalb einer Diät auf jeden Speiseplan gehört, sind gute Proteine zum Abnehmen wichtig. Proteine sind die Bausteine für die Muskeln. Wird eine Diät begonnen, vor allem, wenn es FDH isst, denkt der Körper, dass eine Notsituation eingetreten ist und versucht, Funktionen, die Energie verbrauchen, jedoch nicht unbedingt benötigt werden, herunterzufahren, um Energie zu sparen. Also werden Muskeln abgebaut. Wer dem Prozess nicht mit Protein gegensteuert, verliert Körpermuskulatur. Idealerweise sollte sogar versucht werden, die Muskeln nicht nur zu halten, sondern zu kräftigen, um den Energieverbrauch zu steigern, was in einer Diät unterstützend wirkt.

Es gibt keine lokale Fettverbrennung

Da wir bei unserer Diät also schon beim Sport sind, bleiben wir auch gleich hier. Eines muss der Abnehmwillige dabei wissen: Es gibt keine lokale Fettverbrennung. Diesen Fehler machen viele Menschen. Sie wollen etwa an der Problemzone „Bauch“ abnehmen und machen tausende Sit-Ups und weitere Übungen, um gezielt an der Problemzone Fett zu verlieren. Gut ist dabei, dass sie schon Sport machen, aber sie nehmen nicht gezielt am Bauch ab. Es wird vielmehr das Fett des ganzen Körpers verbrannt, wobei unterschiedliche Regionen bei der Verbrennung bevorzugt werden, je nach Geschlecht und Individuum, denn die Fettanlagerung und -verbrennung ist genetisch und evolutionär bedingt. So lagern Frauen Fett etwa mehr an den Oberschenkeln und dem Po ein und Männer Fett am Bauch, da Fett an Beinen und Oberschenkeln sie bei der Jagd behindert hätte.

Ausdauer und Durchhaltevermögen

Es ist vielmehr besser, die Muskulatur des ganzen Körpers zu trainieren. Ob Krafttraining oder Ausdauersport dabei ganz gleich ist, mit welcher Sportart dies gemacht wird, ist Geschmackssache. Es gibt hier keine Vorgaben, ausser, dass eine Sportart ausgewählt werden sollte, während der möglichst viele Kalorien verbrannt und möglichst viele Muskeln trainiert werden. Dabei ist klar, dass E-Sports oder Schach weniger geeignet sind als etwa Radfahren oder das Pumpen in der Muckibude, in der Eisen von einem Ort zum anderen geschleppt wird. Und das wichtigste bei der Diät und dem Training ist: Ausdauer und Durchhaltevermögen. Wer bereits Ende Januar seine zu Silvester gestellten Ziele aufgibt, weil es zu anstrengend ist, wird nie einen sportlichen Körper bekommen. Wer sich allerdings an die beschriebenen Regeln und Tipps hält und bei seiner Diät und dem Training ab Silvester konsequent ist, kann im Sommer sicher einen Waschbrettbauch sein Eigen nennen.

Medikamente wie Xenical

Für Menschen welche ein enorm grosses Übergewicht mit sich herumtragen und Sport aus Zeit oder sogar gesundheitlichen Gründen nicht oder noch nicht möglich ist, kann ein Medikament wie Xenical sicher eine grosse Hilfe sein gegen das Übergewicht. Xenical scheidet das Fett welches mit der Nahrung aufgenommen wird einfach mit dem nächsten Toilettengang aus.

Harald Berger

Pharmakologie ist mein Fach. Aktuell geniesse ich die Zeit nach dem Studium. Ich bin Schweizer und lebe in Bern. Ich unterstütze die Apotheke Schweiz mit Artikel sowie Produktbeschreibungen.
Harald Berger