Eine drohende Frühgeburt erkennen und verhindern

Die Beziehung eines Paares wird von einem Kind gekrönt. Und die Geburt des Nachwuchses ist ein ganz besonderes Ereignis, an dem die ganze Familie beteiligt ist. Auch die eigenen Eltern und Großeltern fiebern dem freudigen Ereignis entgegen und werden mit der Zeit immer aufgeregter. Natürlich tun sie alles in ihrer Macht stehende, um den werdenden Eltern unter die Arme zu greifen, damit sie es in dieser Zeit leichter haben. Doch manchmal sind Schwangerschaften und die Geburt nicht so einfach und auch die Eltern und Großeltern können außer gute Ratschläge zu geben, nicht viel tun. Eine drohende Frühgeburt ist solch eine Ausnahmesituation. Wenn man die drohende Frühgeburt erkennt, kann man allerdings einiges machen, um den Termin der Geburt herauszuschieben.

Manchmal bleiben die Gläser leer

Das Paar hat in der Regel mindestens neun Monate Zeit, sich auf die Geburt vorzubereiten, eine Zeit, die magisch ist. Man wird sich mit dem wachsenden Bauch der Partnerin zunehmend bewusst, dass sich das Leben grundlegend ändern wird und stellt sich die Frage, ob man dieser Herausforderung gewachsen ist. Statt Party ist nun Windelwechseln angesagt, statt Cocktailrunden die Besprechung von Erziehungsfragen. Na gut, ganz so ist es dann doch nicht, die Großeltern freuen sich, den Wonneproppen, wenn er einmal da ist, auch einmal ein Wochenende zu sich nach Hause zu nehmen, damit das junge Paar sich wieder einmal entspannen kann. Gekrönt wird die Geburt mit einer großen Feier, auf der die frischgebackenen Eltern und den neuen Erdenbürger angestoßen wird. Doch manchmal bleiben die Gläser leer.

Komplikationen und Folgeschäden

Die Natur hat für Kinder eine Verweilzeit von 40 Wochen im Bauch der Mutter eingerichtet, um sich zu entwickeln. Hat es das Kind eilig und wird bereits nach 39 Wochen geboren, ist dies auch nicht tragisch. Muss das Kind bereits vor der 37. Woche entbunden, sprechen Ärzte von einer Frühgeburt. Zu diesem Zeitpunkt ist das Kind noch nicht vollkommen entwickelt, weshalb eine Frühgeburt immer ein gewisses Risiko bedeutet, Komplikationen bei der Geburt drohen und das Kind muss die folgenden Wochen in einem Brutkasten verbringen, um die Weiterentwicklung des Körpers sicherzustellen und Folgeschäden abzuwenden. Je früher die Frühgeburt stattfindet, umso riskanter ist die Geburt.

Termine beim Frauenarzt einhalten

Daher sollten schwangere Frauen beim Frauenarzt stets die Termine zur Beobachtung einhalten, um eine drohende Frühgeburt rechtzeitig zu erkennen und Maßnahmen einleiten zu können, diese abzuwenden und den Termin der Geburt zu verschieben. Schwangere Frauen sollten die Verantwortung allerdings nicht allein auf ihren Frauenarzt abschieben, sondern können selbst einiges dafür tun, dass es nicht so weit kommt. Dafür sollten sie die Risiken und Anzeichen für eine Frühgeburt kennen.

Risiken für eine Frühgeburt: Schwangerschaft im hohen Alter, Diabetes und Herzerkrankungen

Besonders Frauen, die in einem höheren Alter schwanger geworden sind, sollten diesen Rat unbedingt beherzigen, da mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt steigt. Dies gilt auch für schwangere Frauen, die an Diabetes leiden oder Herzerkrankungen, da mit diesen Erkrankungen Komplikationen in der Schwangerschaft sehr wahrscheinlich sind, da das ungeborene Kind irgendwann nicht mehr ausreichend mit Nähstoffen versorgt werden kann. Ist der Abstand zwischen zwei Schwangerschaften sehr gering, kann es auch zu einer Frühgeburt kommen.

Stress, Über- und Untergewicht sowie Eisenmangel

Zu den weiteren Risiken gehören Stress, Infektionen sowie Bluthochdruck. Weitere klassische Risiken, die eine Frühgeburt begünstigen sind vor allem körperliche Überanstrengungen, etwa wenn Schwangere zu schwer oder ruckartig heben. In diesem Fall droht ein Ablösen der Plazenta, was eine häufige Ursache für eine zu frühe Geburt ist. Schwangere Frauen sollten zudem auf ihr Gewicht achten, da Übergewicht oder Untergewicht zu den Risiken zählen, ebenso wie Rauchen oder der Konsum von Alkohol und Drogen. Dies führt zudem zu schweren Missbildungen der Kinder, auch wenn keine Frühgeburt erfolgt. Auch bei Eisenmangel oder zu viel Fruchtwasser in der Fruchtblase wird ein Kind zu früh entbunden.

Abgehendes Fruchtwasser muss nicht unbedingt ein Anzeichen sein

Werden die üblichen Anzeichen für eine Frühgeburt erkannt, ist es meist schon zu spät, das Kind ist bereits auf dem Weg. Ein häufiger Irrtum soll allerdings zuerst geklärt werden. Entgegen der häufigen Annahme ist es noch kein Anzeichen für eine Frühgeburt, wenn während der Schwangerschaft ein wenig Fruchtwasser abgeht. Dies muss nicht unbedingt ein Anzeichen für einen Blasensprung sein, bei vielen Schwangeren kann auch so ein wenig Fruchtwasser abgehen. Allerdings sollte in diesem Fall der Frauenarzt aufgesucht werden, um ganz sicher zu sein, dass kein Blasensprung erfolgt ist.

Zu frühe Wehen, Blutungen, geöffneter Muttermund

Dies sollte auch bei vorzeitigen Wehen geschehen, die zwar nicht unbedingt ein Anzeichen für eine Frühgeburt sein müssen. Allerdings bergen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein großes Risiko für Mutter und Kind. Das gleiche gilt für Blutungen währen der Geburt. Wird allerdings beim Arzt festgestellt, dass diese beiden Anzeichen von einem geöffneten Muttermund begleitet werden, ist es bereits zu spät. In diesem Fall bereitet sich der Körper bereits auf das anstehende Ereignis vor, die Geburt wird eingeleitet.

Möglichst früh schwanger werden und Stress vermeiden

Dann ist es zwar zu spät, die Frühgeburt noch zu verhindern, doch zuvor ist es möglich, einiges dafür zu tun, dass es gar nicht erst so weit kommt. Das wichtigste für jede Schwangere ist es, möglichst in jüngeren Jahren schwanger zu werden und während der Schwangerschaft Stress möglichst zu minimieren. Gut, dass die meisten Schwangeren einen lieben Partner und eine Familie haben, welche der Schwangeren unter die Arme greifen können. Vor allem, wenn schwere Dinge zu heben sind, sollten andere zugreifen und dies der Schwangeren abnehmen.

Sollte nicht erwähnt werden müssen: Alkohol, Zigaretten und Drogen sind tabu

Zudem sollten Schwangere unbedingt auf ihr Gewicht achten, um die Frühgeburt abzuwenden. Nimmt eine Schwangere nicht zu oder sogar ab, sollte sie beim Frauenarzt vorsprechen. Doch bereits wenn der Kinderwunsch besteht, sollte die Frau möglichst nicht unter- oder übergewichtig sein, da dies die Wahrscheinlichkeit verringert, schwanger zu werden. Dass in der Schwangerschaft Alkohol, Zigaretten und Drogen tabu sind, versteht sich eigentlich von selbst, da diese Dinge wie bereits erwähnt, dem Kind in der Schwangerschaft schwere Schäden und Missbildungen zufügen, auch wenn sie nicht zu einer Fehlgeburt führen. Aus diesem Grund kann es nicht oft genug gesagt werden.

Ganz neu entdeckte Möglichkeit

Eine weitere Möglichkeit, eine Frühgeburt zu verhindern, wurde erst vor kurzer Zeit entdeckt und dürfte viele überraschen – Viagra. Das Medikament ist eigentlich ein Potenzmittel für Männer, doch nach und nach zeigt sich in Untersuchungen, dass das Präparat beziehungsweise dessen Wirkstoff Sildenafil ein wahrer Alleskönner ist. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass der Beckenbereich besser durchblutet wird. Auf diese Weise werden nicht nur die Nerven in diesem Bereich sowie die Klitoris stimuliert, wodurch die Frauen beim Sex besser zum Orgasmus kommen, sondern auch die Gebärmutter.

Nur nach Rücksprache mit dem Frauenarzt

Dies führt dazu, dass die Schleimhaut der Gebärmutter dicker wird, wodurch es wahrscheinlicher ist, dass sich ein Ei einnistet und es zu einer Schwangerschaft kommt. Ist die Schwangerschaft eingetreten, wird auch das befruchtete Ei beziehungsweise der Embryo stärker mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, wodurch eine Frühgeburt verhindert wird. Es wird allerdings dringend davon abgeraten, dies im Selbstversuch zu beginnen. Viagra ist ein Medikament, das Nebenwirkungen haben kann, was in einer Schwangerschaft sehr riskant ist. Medikamente sollten in der Schwangerschaft ausschließlich nur dann eingenommen werden, wenn der Arzt dazu rät. Bei Interesse sollten Schwangere also zunächst ihren Frauenarzt auf diese Möglichkeit ansprechen.

Harald Berger

Pharmakologie ist mein Fach. Aktuell geniesse ich die Zeit nach dem Studium. Ich bin Schweizer und lebe in Bern. Ich unterstütze die Apotheke Schweiz mit Artikel sowie Produktbeschreibungen.
Harald Berger