Gut gelaunt und gesund durch den Herbst

Wenn die Sonne die letzten Strahlen aussendet, das Licht schon langsam trüb wird, die Temperaturen fallen und die Blätter der Bäume sich verfärben und fallen, sinkt die Laune vieler Menschen. Die Herbstdepression ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr weit verbreitet und nimmt zu, je weiter nördlich man reist. Dieses Phänomen hat sehr viele Ursachen und kann schwerwiegende Ausnahmen annehmen und auch als schwere Form der Depression auftreten. Zudem schlägt sie sich auf das Immunsystem der Menschen nieder, das im Herbst ohnehin mit den normalen Bedingungen der Umwelt nicht wenig zu tun hat. Es gilt also, das Immunsystem zu stärken, um gesund durch den Winter zu kommen. Dies gelingt mit einfachen Mitteln, die auch Spass machen können.

Licht- und Vitaminmangel schwächen das Immunsystem und begünstigen eine Herbstdepression

Der Zustand des Immunsystems und die Herbstdepression gehen Hand in Hand. Vitaminmangel etwa schwächt einerseits das Immunsystem und steigert andererseits die Herbstdepression. Durch den Lichtmangel etwa, der von den kürzeren Tagen und den längeren Dunkelphasen verursacht wird, wird die Produktion von Vitamin D gesenkt, einem Vitamin, das wichtig ist für das Immunsystem und das seelische Wohlbefinden. Ärzte und Psychologen in Skandinavien können ein Lied davon singen. Die Polarnacht dauert volle sechs Monate, eine Zeit, in der sich die Sonne nicht zeigt. Daher gibt es kein Land, in welchem die saisonal-affektive Störung weiter verbreitet ist, als in Finnland, Grönland, Norwegen und Schweden.

Die Herbsttherapie erkennen

Gegen die saisonal-affektive Störung, wie die Herbst- und Winterdepressionen in der Fachsprache genannt werden und im ICD-10 definiert werden, kann einiges getan werden. Doch zunächst einmal sollte die Herbstdepression erkannt werden. Da die Symptome sehr auffällig sind und sich mit den Symptomen anderer Depressionen in Teilen überschneiden, kann diese Art der Erkrankung, die deutlich über einfache Schwermut hinausgeht, auch von Laien erkannt werden, so dass sie dagegen vorgehen können.
Ah3>Typische und atypische Symptome bei der Herbstdepression

Bei einer Herbstdepression steigen wie bei anderen Depressionen die Angststörungen und Zukunftsängste, die wiederum viel Energie rauben und den Antrieb sinken lassen. Das Selbstbewusstsein sinkt, die Betroffenen fühlen sich wertlos und ziehen sich zunehmend von allen sozialen Kontakten zurück. Allerdings treten auch Symptome auf, die im Vergleich zu den Symptomen anderer Depressionen atypisch sind. Während bei einer herkömmlichen Depression die Schlafphasen angesichts des gesunkenen Energieniveaus und Antriebs kürzer werden, würden Menschen, die an einer Herbstdepression leiden, es lieber den Bären und Igeln nachmachen und die dunkle und kalte Jahreszeit verschlafen. Hinzu kommt, dass – anders als in weiteren Depressionen, in denen die Betroffenen weniger essen und abnehmen – die Lust auf kohlehydrathaltige Nahrungsmittel und Süssigkeiten steigt, so dass Herbst depressive in dieser Phase zunehmen.

Die Ernährung umstellen

Es gilt also, die Herbstdepression zu bekämpfen und das Immunsystem zu stärken. Dies kann auf vielerlei Weise geschehen. Die naheliegende Lösung wäre natürlich, in den Urlaub fahren, aber wer kann es sich schon leisten, ein halbes Jahr auf die Malediven zu verbringen? Aber es gibt genügend Hausmittel und Möglichkeiten, die Stimmung in der kalten und nebligen Zeit anzuheben und das Immunsystem zu stärken. Als erstes sollte die Ernährung umgestellt werden. Wenn schon der Heisshunger auf Kohlehydrate da ist, sollte er auch auf sinnvolle Weise genutzt und nicht gleich zur Schokolade gegriffen werden, auch wenn es verlockend ist.

Vitaminreiches Obst auf den Teller

Ganz oben auf die Speisekarte sollte unbedingt frisches, vitaminreiches Obst stehen, vor allem Zitrusfrüchte sind aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C geeignet, das Immunsystem zu stärken. Gern können diese Früchte auch verarbeitet werden, wobei heisser Zitronentee aus frischen Zitronen im Herbst beliebt ist. Hier sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Zitronensaft nicht mit gekocht wird, da Vitamin C empfindlich ist und beim Kochen Zubereitungsverluste auftreten. Besser wäre es, das Wasser zu kochen und auf 75° C abkühlen zu lassen. Bei dieser Temperatur treten keine Zubereitungsverluste beim Vitamin C mehr auf. Auch mineralstoffreiche Nahrungsmittel gehören im Herbst auf den Tisch, ebenso wie Tees oder Präparate aus beruhigenden Kräutern wie Rosenwurz oder Johanniskraut.

Sex ist der beste Stimmungsaufheller

Zudem sollten sich Betroffene auf Tätigkeiten konzentrieren, die ihnen Freude bereiten und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Wie etwa Sport. Viel Bewegung, idealerweise an der frischen Luft, um die wenigen Sonnenstrahlen zu nutzen, steigert zuverlässig das Immunsystem. Couchpotatoes erkranken schneller an einer Erkältung als Menschen, die regelmäßig trainieren. Das Training kann gern auch zwischen den Laken stattfinden. Sex steigert ebenfalls das Wohlbefinden und stärkt das Herz-Kreislauf-System sowie die natürlichen Abwehrkräfte. Wer eine Tiefphase im Bett hat, kann nach einer ärztlichen Konsultation gern auf Viagra, Levitra oder Cialis zurückgreifen, um diesen positiven Effekt von Sex zu nutzen, für Frauen gibt es Potenzmittel wie Addyi oder Lovegra.

Lichttherapie und Vitamin D

Gegen den Lichtmangel können Betroffene eine eigene Lichttherapie mit entsprechenden Lampen beginnen. Diese Lampen sind im Handel zu finden. Zusätzlich zu der Lichttherapie kann über Präparate wie Vitamin D zugeführt werden, dessen Produktion aufgrund des geringen Tageslichtes vermindert ist. Dies gilt vor allem für Kinder, die bei fehlendem Sonnenlicht eine Rachitis entwickeln, eine Störung des Stoffwechsels in den Knochen. Das Resultat sind Verkrümmungen der Wirbelsäule, eine weichere Knochenstruktur am Kopf, neuromuskuläre Defekte, Defekte am Zahnschmelz sowie eine höhere Anfälligkeit für Infekte.

Hilfe beim Arzt suchen

Bei schwerwiegenden Depressionen oder weiteren Erkrankungen kann der Arzt helfen. Auch bei einer Herbstdepression, die wie bereits erwähnt, eine anerkannte Erkrankung ist. Leider ist dies vielen Menschen unbekannt, so dass sie mehr oder weniger erfolgreich versuchen, sich selbst zu behandeln. Dieser kann eine effektive Therapie mit Vitamin D oder Licht verschreiben oder über eine effektive Ernährung aufklären, um das Immunsystem zu verbessern. Doch manchmal hilft leider alles nichts, die Herbstdepression kann einen sehr schwerwiegenden Verlauf annehmen und weit mehr werden als nur eine schwermütige Stimmung. In diesem Fall sollte in jedem Falle ein Arzt aufgesucht werden, der die Erkrankung mit einer Therapie und Antidepressiva behandeln kann.

Harald Berger

Pharmakologie ist mein Fach. Aktuell geniesse ich die Zeit nach dem Studium. Ich bin Schweizer und lebe in Bern. Ich unterstütze die Apotheke Schweiz mit Artikel sowie Produktbeschreibungen.
Harald Berger