Neuer Schwung im Bett

Im Leben eines Paares ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Es gibt zwar viele Höhen, doch Paare durchleben auch Tiefen, die nicht immer einfach sind. Richtig angepackt und zusammen durchgestanden, können sie zwei Menschen noch stärker zusammenschweißen als die guten Zeiten. Doch zunächst lassen die Tiefen eine Beziehung zunächst kriseln. Vor allem des Sexleben, das manchmal sehr fragil ist, wird durch die Tiefen angegriffen, da ein Sexleben nur funktioniert, wenn in der Beziehung Harmonie herrscht. Dies gilt in besonderem Maße für Frauen. Doch auch andere Faktoren können das Sexleben negativ beeinflussen. Diese gilt es zu lokalisieren, zu lösen und neuen Schwung ins Bett zu bringen, um das Sexleben wieder aufleben zu lassen.

Stress und Streit beeinträchtigen das Sexleben

Das Liebesleben eines Paares kann durch viele Dinge belastet werden. Schon Stress im Beruf oder das Gegenteil, Stress durch Arbeitslosigkeit, kann das Sexleben zweier Menschen trüben. Ebenso wie Ärger in der Beziehung, etwa wenn im Grunde banale und zunächst tolerierte jedoch im Laufe der Zeit störende Faktoren immer wieder auftreten und nicht gelöst werden. Beispielsweise ein Partner dauernd den Toilettendeckel oben lässt oder die Tube der Zahnpasta nicht verschlossen wird. Dann hängt schnell der Haussegen schief und im Bett läuft gar nichts mehr. Allerdings kann dies auch produktiv für das Sexleben genutzt werden.

Intensiver Sex nach dem Streit

Die alltäglichen Kleinigkeiten, die allerdings störend sind, lösen gelegentlich Streit aus, klar. Doch genau dies kann gut für das Bett genutzt werden, wenn diese Dinge eben als Kleinigkeiten angesehen werden, bei denen der Streit nicht eskalieren muss, bis das gute Porzellan zerdeppert wird. Ein kleiner Streit belebt das Sexleben. Denn das Herz-Kreislauf-System wird angeregt und die Hormone fließen ebenso über wie die Gefühle. Wer jetzt einlenkt und im Bett landet, nimmt all diese Gefühle mit und erlebt den Sex noch intensiver, vor allem, weil es etwas härter zur Sache gehen kann.

Von Glücks- und Kuschelhormonen

Beim Orgasmus werden dann Glückshormone ausgeschüttet, ebenso das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin, welches die Vertrauensgefühle stärkt und die Partner enger zusammenbringt. Natürlich sollte das Problem, das den Streit ausgelöst hat, nach dem Sex angesprochen und gelöst werden. Denn Sex nach einem Streit ist zwar anregend, doch es sollte nicht übertrieben werden. Denn so schön diese Art von Sex auch ist, ständige Streits beeinträchtigen dennoch die Beziehung, auch wenn gleich danach zwischen die Laken gehüpft wird.

Stressfaktoren lokalisieren und auflösen

Leidet das Sexleben allerdings unter Stress, ist es nicht ganz so einfach zu lösen, ganz gleich ob er oder sie unter Stress leidet. Ganz gleich ob Stress im Beruf oder ob er durch Arbeitslosigkeit ausgelöst wird, er ist in der Regel nur mit Mühe zu lösen. Der Stressfaktor muss lokalisiert und angesprochen werden, ob er nun von der Geschäftsführung verursacht wird oder durch Kollegen. Oftmals hilft hier ein klärendes Gespräch mit dem Chef oder Vertrauensleuten, um den Stressfaktor zu neutralisieren. Wird der Stress durch Arbeitslosigkeit ausgelöst, weil man sich nutzlos fühlt, sollten die Bemühungen gesteigert werden, eine neue Arbeit zu finden, wobei auch alternative Wege gesucht und branchenfremde Bewerbungen verschickt werden können. Bis ein neuer Arbeitsplatz gefunden ist, hilft ein sinnstiftendes Hobby.

Kleine Hilfsmittel, um das Feuer anzufachen

Dies ist allerdings in manchen Fällen nur der erste Schritt, der Ofen bleib dennoch aus. In diesem Fall helfen kleine Hilfsmittel wie Potenzpräparate. Sie machen zwar nicht den Kopf frei, dies kann bei einem schönen, gemeinsamen und entspannenden Abendessen geschehen, doch Viagra, Cialis oder Levitra sorgen dafür, dass die Durchblutung wieder angeregt wird. Auch im Beckenbereich, so dass der Penis effektiver mit Blut gefüllt und zuverlässig versteift wird. Und ist der Penis erst einmal steif, kommt die Lust wie von selbst.

Stress bei Frauen noch gravierender

Natürlich sind nicht nur Männer von dem Problem betroffen, dass Stress die Libido hemmt. Im Gegenteil, bei Frauen ist dieser Effekt noch weitaus gravierender ausgeprägt. Denn Frauen brauchen Harmonie, wenn sie Lust empfinden wollen. In diesem Fall sind schon kleinere Unregelmäßigkeiten ausreichend, um die Lust zu hemmen. Die Produktion von Sexualhormonen wird reduziert, der Beckenbereich nicht mehr durchblutet. Dies ist allerdings auch bei Frauen notwendig, wenn sie Sex haben will.

Viagra für die Frau

In diesem Fall hilft ein Präparat namens Lovegra, eine Kopie von Viagra, die auf dieselbe Weise wirkt wie der Klassiker der Potenzmittel von Pfizer. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass auch bei Frauen die Beckenregion effektiver mit Blut versorgt wird, so dass die Nerven in dieser Region sensibler werden. Berührungen werden auf diese Weise intensiver erlebt. Auch die Klitoris wird sensibler und versteift, ähnlich wie der Penis des Mannes. Darüber hinaus wird mehr Scheidenflüssigkeit produziert, so dass das Eindringen des Penis leichter fällt.

Addyi ist weniger empfehlenswert

Addyi ist ein weiteres Potenzmittel für Frauen, das erst seit kurzem auf dem Markt ist. Allerdings ist das Mittel nicht unumstritten, so dass die Einnahme reiflich überlegt werden sollte. Denn anders als bei Lovegra, das bereits nach kurzer Zeit und einmaliger Einnahme Wirkung zeigt, muss Addyi rund zwei Wochen lang eingenommen werden, damit sich der gewünschte Effekt einstellt. Zudem haben Studien gezeigt, dass das Präparat nicht bei allen Frauen anschlägt. Doch Addyi soll nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden, da es derzeit nur auf dem US-amerikanischen Markt zugelassen wurde. In Europa ist das Präparat nicht erhältlich.

Vorher zum Arzt

Diese Hilfsmittel helfen auch, wenn die Unlust und die erektile Dysfunktion durch körperliche oder seelische Faktorenausgelöst werden. Allerdings sollte vor der Einnahme in diesem Fall ein Besuch beim Arzt anstehen, da die Erkrankungen diagnostiziert und behandelt werden müssen. Zudem sollte ausgeschlossen werden, zu einer Risikogruppe zu gehören, deren Angehörige die Potenzmittel nicht einnehmen dürfen. Der Besuch beim Arzt steht allerdings ohnehin an, denn die Potenzmittel sind nur auf Rezept erhältlich.

Eingefahrenes Sexualleben auflockern

Ob mit oder ohne Potenzmittel, es gibt viele Möglichkeiten und Wege, wieder frischen Wind ins Sexleben zu bringen und das Feuer wieder anzufachen, das in den jungen Jahre so hochloderte. Die langen Jahre der liebevollen Beziehung schweißen zwar zusammen und schaffen ein tiefes Vertrauen, doch nicht selten schläft in dieser Zeit auch das Sexleben ein. In den ersten Jahren der Beziehung lernt man sich und seine Bedürfnisse kennen und probiert im Bett einiges aus. Schon bald hat man die bevorzugten Praktiken gefunden und beschränkt sich auf sie. Doch es ist wie beim Essen. Wird ausschließlich das Lieblingsgericht vorgesetzt, wird es irgendwann langweilig, ganz gleich, wie gut es schmeckt.

Man kann doch über alles reden

Erkennt ein Paar, dass das Sexleben eingeschlafen ist, sollte eines beherzigt werden: Kommunikation ist alles. Beide Partner sollten sich zusammensetzen und zusammen herausfinden, wo die Intimität im Argen liegt und ob sich die Wünsche und Bedürfnisse bezüglich Sex geändert haben. Dies ist nach einigen Jahren ganz normal, Menschen ändern sich. In dieser Zeit lernt man sich neu kennen und verliebt sich ganz neu in die so vertraute Person.

Alles geht, nichts muss

Und es gibt so einiges, was im Bett ausprobiert werden kann. Gewagte Wäsche, Sex an ungewöhnlichen Orten, Quickies im Freien, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zudem werden derzeit auch sexuelle Praktiken zum Trend, die jahrelang als schmuddelig galten. So probieren viele Paare derzeit dank des Romans und der Verfilmung von „Fifty Shades of Grey“ sexuelle Praktiken aus, die zum Bereich SM gehören. Immer gilt der Grundsatz: Alles geht, nichts muss. Ausprobieren ist gut, doch die Grenzen des Partners sollten akzeptiert werden. Wenn dies beherzigt wird, kommt wieder frischer Wind ins Schlafzimmer, den beide Partner genießen können.

Harald Berger

Pharmakologie ist mein Fach. Aktuell geniesse ich die Zeit nach dem Studium. Ich bin Schweizer und lebe in Bern. Ich unterstütze die Apotheke Schweiz mit Artikel sowie Produktbeschreibungen.
Harald Berger