Beim Sport den kleinen, entscheidenden Vorteil verschaffen – aber mit Bedacht

Schlanke, muskulöse Körper sind nicht nur schöner anzuschauen als nicht trainierte, sondern auch gesünder. Zahlreiche Zivilisationskrankheiten, die bei Menschen, die in den westlichen Industrienationen weit verbreitet sind, können mit einem regelmässigen Training verhindert werden. So ist es kaum verwunderlich, dass die Fitnessstudios und Vereine stetig steigende Mitglieder verzeichnen können. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind im Fitnessrausch. Auch, weil eben mit einem ästhetischen Körper die Chance grösser ist, einen Partner aufzureissen. Besonders wenn noch Erfolge in Wettbewerben vorgewiesen werden können, denn Erfolg macht nun einmal sexy. Daher sind die Wettbewerbe hart umkämpft. Mit diesen kleinen Tricks, von denen einige eigentlich selbstverständlich sein sollten, verschaffen Sie sich den kleinen, entscheidenden Vorteil.

Sportler mit Ehrgeiz

Vielen Menschen reicht es, ein oder zwei Mal pro Woche die Laufschuhe anzuziehen und sind als Schönwetterjogger auch nicht allzu enttäuscht, wenn es draussen regnet oder kalt wird, weil sie dann eine Ausrede haben, daheim auf der Couch zu bleiben. Der Effekt des Trainings ist hierbei eher als marginal einzustufen und der gelegentliche Sport soll eher das eigene schlechte Gewissen beruhigen. Schliesslich macht man ja etwas, um sich gesund und fit zu halten. Doch einige Menschen gehen als Hobbysportler mit wirklichem Ehrgeiz an ihr Training und wollen ihren Körper auf die nächste Stufe bringen und auch bei Wettbewerben Erfolge erringen. Dafür brauchen sie vor allem eines: eiserne Disziplin.

Eiserne Disziplin

Das heisst, dass sie ihre Trainingseinheiten pünktlich wahrnehmen, auch bei widrigen Umständen. Ganz gleich, welche Sportart sie ausführen, sie schnüren ihre Laufschuhe auch bei Regen und schwingen sich bei Wind und Wetter auf ihr Rad. Sie hören auf einen Rat, den viele Menschen wohl auch noch von ihrer Grossmutter kennen und den die Eltern immer und immer wiederholt haben, bis er zu den Ohren herauskam. Dennoch, hier muss es sein: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Und unter guten Bedingungen kann jeder trainieren. Doch wirkliche Erfolge werden nur errungen, wenn das Training auch unter widrigen Umständen erfolgreich absolviert wird. Denn nur an Herausforderungen wächst man.

RHT!

Hier können wir nahtlos zum nächsten Punkt kommen, der mit der eisernen Disziplin wirklich erfolgreicher Sportler zusammenhängt: RHT. Nein, das ist kein Kürzel für ein Dopingmittel, sondern etwas, an dem die meisten Hobbysportler scheitern. RHT steht für Richtig Hartes Training. Viele Hobbysportler denken, dass es mit dem regelmässigen Sport getan ist und sind stolz auf sich, wenn sie auch unter widrigsten Bedingungen wie Herbsttürmen trainieren. Doch nur wer bereit ist, bei den Anstrengungen nicht nur an seine Grenzen zu gehen, sondern auch darüber hinaus, wer bereit ist, die letzten, eisernen Reserven seines Körpers anzuzapfen und zu nutzen, ist wirklich erfolgreich.

Stück für Stück die Grenze erweitern

Egal wie viele Kilometer man bereits am Stück schafft, ganz gleich, wie schnell die Route mit dem Rad absolviert wird und irrelevant, wie viel Eisen auf der Stange liegt, es gibt immer einen, der besser ist und es geht immer mehr. Merkt man, dass die Kraftreserven zur Neige gehen, wird nicht schlapp gemacht, sondern noch einen Zahn zugelegt, Ganz gleich, ob auf der Bank die 12 Wiederholungen gerade so geschafft werden, beim nächsten Training liegt ein Kilogramm mehr auf der Stange. Es sind kleine Schritte, sicher, was gerade für ungeduldige Menschen schwer ist, doch mit diesen kleinen Schritten wird der lange Weg zurückgelegt.

Ein gutes Training ist Kopfsache

Dabei ist RHT nicht nur eine körperliche Sache, sondern zu 80 Prozent eine Kopfsache. Denn der Körper versucht naturgemäss, ein gewisses Mass an Kraftreserven zu bewahren. Das hat evolutionäre Gründe. Denn so sehr sich auch der Jäger und Sammler bei seinen täglichen Tätigkeiten verausgabt hat, er musste immer noch genug Kraft haben, um in einer plötzlichen Notsituation angemessen zu reagieren, sich etwa bei einem Angriff erfolgreich zu verteidigen oder zu fliehen, um zu überleben. Dies ist heute kaum noch so, das tiefe Grummeln hinter der Ecke ist wahrscheinlich eher das Motorrad des Nachbarn als ein Säbelzahntiger.

Geistig ganz beim Training sein

Ein erfolgreiches körperliches Training gelingt daher nur mit einem erfolgreichen geistigen Training. Es bringt nichts, einfach nur in der Gegend herumzurennen, zu fahren oder im Studio stupide Eisen von einem Ort zum anderen zu bewegen. Der Kopf muss ganz beim Training sein, sonst ist alles nicht wichtig, der Geist muss sich ganz auf die Atmung und die zu trainierenden Muskelgruppen konzentrieren, jede einzelne Muskelgruppe genau spüren und die Reaktion des Körpers unterdrücken, wenn er an seine Grenze kommt, um noch ein Stück darüber hinaus zu gehen.

In der Gruppe trainieren

Dies gelingt mit entsprechenden Entspannungstechniken und Meditation, mit ergänzenden Yoga-Übungen wird das Gefühl für den eigenen Körper verbessert. Ideal ist beim Training auch ein Trainingspartner, der beim Anfeuern auch einmal etwas lauter werden kann, um den Trainierenden dazu zu bringen, auch das letzte Quentchen Reserve aus sich herauszuholen. Zudem macht Training zu zweit oder in der Gruppe mehr Spass. Zudem motiviert die Gruppe automatisch, da jeder Trainierende weiss, dass die anderen auch einen genauen Blick auf die Leistungen der Trainingspartner haben und natürlich keiner zurückstehen möchte. Die Gruppe zieht und schiebt automatisch mit.

Auf die Ernährung achten

Nicht zuletzt gehört zu einem erfolgreichen Training auch die richtige Ernährung. Auch das beste Training bringt nichts, wenn gleich nach der Einheit eine Tiefkühlpizza auf den Tisch kommt. Die Regel ist, dass ein gutes Training zu 30 bis 40 Prozent aus Sport besteht und zu 60 bis 70 Prozent aus der Ernährung. Daher sollte genau darauf geachtet werden, was gegessen wird. Gesättigte Fette und langkettige Kohlehydrate sind tabu, den gesättigte Fette werden nur schlecht vom Körper aufgespalten, sondern eher angelagert und kurzkettige Kohlehydrate bringen vielleicht kurzfristig Energie, aber nicht genug für ein gutes Training.

Supplemente

Auf den Tisch gehören als statt Schweineschmalz und weisses Mehl eher Vollkornprodukte, Reis, gute Öle etwa aus Nüssen und Fisch. Ganz wichtig ist auch die Zufuhr von Protein, da es der Baustein für den Aufbau von Muskelmasse ist. Mageres Huhn und Pute sind hervorragend geeignet, ebenso wie Rindfleisch, Schweinefleisch weniger. Besteht keine Laktoseintoleranz, sind auch Milchprodukte wie Magerquark gute Proteinlieferanten. Ernsthaft Trainierende können auch zu Shakes greifen, um Proteine aufzunehmen. Whey gehört hierbei zu den Klassikern und lohnt sich immer. Wer sich nach guten Supplements umsieht, kann sich auch noch mit Creatin beschäftigen.

Kein Doping!

Wer diese Tipps beherzigt, wird beim Training schnell gute Erfolge vorweisen und auf lange Sicht auch bei Wettbewerben seine Gegner schlagen können. Allerdings schliessen manche Menschen, die nur wenig Geduld oder ein falsch verstandenes, überzogenes Selbstbewusstsein haben, über das Ziel hinaus, weil sie möglichst schnell und mit allen Mitteln Erfolge verzeichnen wollen. Sie greifen zu Substanzen, mit denen sie sich und ihren Körper dopen können. Sicher, die ersten Erfolge stellen sich schnell ein, doch später werden sie feststellen, dass sie sich damit selbst schaden. Doch zu Anfang werden die Risiken ignoriert.

Bereits handelsübliche Medikamente schaden

Dabei müssen es nicht einmal gleich Steroide sein, bei deren Nutzung Impotenz, schwere Organschäden, eine Veränderung der Persönlichkeit sowie ein schneller Tod drohen. Viele Hobbysportler greifen zu handelsüblichen Medikamenten, um ihre Leistung zu steigern. Wie etwa Schmerzmittel, um die Reaktionen des Körpers zu unterdrücken, wenn er zu sehr gefordert wird. Ja, die Grenze sollte zwar ein wenig überschritten werden, um sie hinauszuschieben, doch es sollte nicht künstlich übertrieben werden. Der Trend nimmt derzeit stark zu, Organschäden und weitere körperliche Schäden drohen.

Viagra gehört ins Bett

Als Geheimtipp wird Viagra gehandelt, das die Blutgefässe erweitert, wodurch der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird, was vor allem beim Sport in höheren Berglagen erleichtert. Zwar gilt Viagra und Viagra Generika offiziell nicht als Dopingmittel, dennoch gehört es ausschliesslich ins Bett und soll dort die Leistung steigern und nicht im Hobbysport. Und selbst hierbei sollte zuvor eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Harald Berger

Pharmakologie ist mein Fach. Aktuell geniesse ich die Zeit nach dem Studium. Ich bin Schweizer und lebe in Bern. Ich unterstütze die Apotheke Schweiz mit Artikel sowie Produktbeschreibungen.
Harald Berger